NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

Rechnen lernen 14. April 2011

Filed under: Allgemein,Aufwachsen,Uncategorized — Natürlich lernen @ 05:32
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Damit es möglichst attraktiv wird, öfter ein bisschen zu rechnen, haben wir uns eine Rechenecke eingerichtet, in der wir verschiedene Rechenspiele, die Schulbücher, Blätter usw. haben.  Da suchen sie sich möglichst jeden Tag was aus. Häufig wollen sie aber auch am PC rechnen, mit Freddy dem Vampir, oder auf iknowthat.com.

Am liebsten addieren sie, am allerliebsten hantieren sie mit grossen Zahlen (vielen Nullen, das sieht spannender aus). Bis jetzt haben beide Minusrechnungen soweit wie möglich vermieden, das Thema Brüche und Komma haben wir bis jetzt erst ganz am Rand berührt. Jetzt hat sich Leia den Freddy 3. Klasse in der Bibliothek ausgeliehen und ein bisschen damit gespielt. Immer die etwa gleichen 3 Spiele die sie schon konnte, vieles war einfach noch zu schwierig. Vor ein paar Tagen hat sie mit einem Freund ein anderes Spiel mit Freddy ausprobiert. Und zwar hatte Freddy Geld in einem Portmonee und wollte etwas kaufen. Da muss man dann die Rechnung schreiben und herausfinden wieviel Geld er am Schluss noch hat, also z.B.: 45.60Euro – 12.40 Euro = 33.20Euro. Das beinhaltet Minusrechnen und Kommarechnen und das alles erst noch über die Zehner auf verschiedene Arten. Der Freund hat gerechnet und Leia hat ihm gezeigt, wie alles eingetragen werden muss.

2 Tage später hat sie dasselbe Spiel ganz alleine gespielt, einfach so. Zwar noch langsam – aber richtig 🙂

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Rechtschreibung 6. April 2011

In „Mehr Geschichten“ habe ich am Schluss geschrieben: „Und das mit der Rechtschreibung kommt dann schon noch. Erste Erfolge sehe ich schon.“ Dann habe ich begonnen, darüber nachzudenken wieweit sie schon gegangen sind, auf ihrem Weg, die Rechtschreibung zu meistern: Zuerst mal haben sie die Buchstaben gelernt. Zu dieser Zeit ausschliesslich die Grossbuchstaben. Wir haben eigentlich viel Buchstabenmaterial zuhause, aber ich glaube nicht, dass sie die Buchstaben hauptsächlich mit diesem Material gelernt haben, es wurde nämlich recht wenig gebraucht. Wie sie es genau gelernt haben, weiss ich daher gar nicht. Dann haben sie begonnen damit erste Wörter, vor allem ihren eigenen Namen zu schreiben. Oft ging der Schuss aber noch nach hinten los, sie haben spiegelverkehrt und rückwärts geschrieben, dann stand dann da etwa ANAY statt YANA 😉

Als nächster Schritt hat Leia dann damit angefangen ganze Texte zu schreiben, z.B. Postkarten, aberallesineinembandwurmohnepunktundkommaundohnewortabstände.Und natürlich so wie sie’s gehört hat, alles phonetisch. Das konnte dann wirklich eine Herausforderung sein, so eine Karte zu lesen und  zu verstehen. Oft haben wir zum besseren Verständnis im Nachhinein jedes Wort mit einer anderen Farbe angemalt. Aber sie war lange Zeit durch nichts zu überzeugen, mal zu versuchen, Abstände zwischen den Wörtern zu machen. Bis sie eines Tages mit viel Mühe eine Karte für Grossmami geschrieben hat, die sie dann selber gar nicht mehr lesen konnte. Von diesem Tag an versuchte sie Abstände zu machen, sie hatte den Sinn eingesehen.

Wenig später hat sie dann begonnen, ihre erste kleine Geschichte am PC zu schreiben. Da gab es zwar nun bereits Wortabstände, aber immer noch keinen Punkt und wirklich sehr viele Schreibfehler. Z.T. auch solche, bei denen ich mir langsam Sorgen machte, ob sie die gesprochene Sprache überhaupt gut versteht, so hat sie z.B. lange Zeit konsequent nur „K’s“ geschrieben egal ob „ch“ oder „k“. Ausserdem habe ich gelernt, dass das mit den einzelnen Wörtern gar nicht so einfach ist, wie man meint:  Wörter wie „Hochhaus“ wurden oft zu „Hoch Haus“ und umgekehrt, 2 Wörter wurden zu einem. Das mit dem „K“, das war auch noch lustig: Irgendwann dann einmal, nach, wie es mir scheint, langer Zeit, hat sie dann tatsächlich mal angefangen „ch“ und „k“ und zu unterscheiden. Ich war froh, konnte ich doch sehen, dass sie doch einen Unterschied hören konnte und soweit alles in Ordnung war. Nicht lange danach, hat ein Freund von ihr „ik“ statt „ich“ geschrieben und sie hat sich mir gegenüber darüber lustig gemacht: „Schau mal, der schreibt ja „ik“ statt ich, so lustig!“ Diese Aussage hat mich ein bisschen irritiert und ich fand es nötig, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie den genau gleichen Fehler bis erst noch auch immer gemacht habe. Sie meinte dazu nur: „Ja, ich war ja auch nur zu faul, um mehr Tasten zu drücken, darum, k geht schneller.“ Ach so…

Yana hat in dieser Zeit hauptsächlich viel gelesen. Alle (korrigierten) Geschichten von Leia und auch noch haufenweise Geschichten die ich erfinden musste. Irgendwann hat sie sich dann auch hingesetzt und angefangen (ganz langsam, jeder Buchstabe einzeln) ihre erste Geschichte zu schreiben.

In einer fliessenden Entwicklung werden bei beiden die Satzstrukturen immer besser, Punkte sind jetzt selbstverständlich, erste Kommas, sowie Fragezeichen usw. kommen auch, die einzelnen Wörter werden schon länger auch als solche geschrieben, „ch“ ist nun „ch“, „schp“ wird zu „sp“, „ai“ zu „ei“ und „oi“ zu „eu“. Natürlich gibt es immer noch viele Fehler, aber beide wollen jetzt immer öfter wissen, ob man etwas mit „ie“ schreibt, oder mit zwei „m“ und erinnern sich dann auch später wieder daran. Jetzt haben auch beide angefangen mit Kleinbuchstaben zu schreiben und sind sich gerade damit am auseinandersetzen, welche Wörter denn nun einen Grossbuchstaben am Anfang benötigen.

Manchmal wollen sie, dass ich ihre Geschichten mit ihnen zusammen korrigiere, dann versuchen wir die Fehler, so ähnlich wie in einem Dedektivspiel, gemeinsam zu finden. Manchmal interessiert das aber auch gar nicht und das ist auch ok. Ich will ihnen das Schreiben nicht mit Stunden erzwungenen Korrigierens vergällen. Ich glaube auch nicht, dass sie dabei viel lernen würden.

 

 

mehr Geschichten 21. Februar 2011

Filed under: Allgemein,Aufwachsen — Natürlich lernen @ 05:48
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Im Moment sind bei uns haufenweise Büchlein am entstehen. Dass wir so einen kleinen Buchbinder gekauft haben, war wirklich eine gute Idee. Der wird jetzt viel gebraucht. Cool finde ich auch die Verschiedenheit der Werke. So hat z.B. Leia gerade ein „Babybuch“ geschrieben, ein Buch für Amber, in welchem sie sich speziell eine einfache Geschichte für ganz Kleine ausgedacht hat. Dieses haben wir dann auch noch laminiert und Amber hat ihre helle Freude daran.  Weiter gibt es Geschichten in verschiedenen Zeiten, eines ist in der ersten Person Gegenwart am entstehen, eines hat wie ein richtiges Buch hinten eine Zusammenfassung bekommen. Einige sind 100% Fantasiegeschichten, einige haben einen „echten“ Hintergrund. Das Einzige, was sie alle gemeinsam haben, ist, dass es Tiergeschichten sind.

Es ist wirklich toll zu sehen, wie sie sich Gedanken machen über das was sie schreiben, ihren Schreibstil anzupassen versuchen, mit verschiedenen Zeiten und Personen jonglieren und experimentieren. Und das alles aus eigener Initiative (Helene, diese Geschichte da schreibe ich so, als ob sie der Fuchs erzählen würde!) Nicht immer kommt es raus wie „aus dem Schulbuch“, aber eigentlich bin ich überzeugt, dass ihnen ihr freier, „frisch von der Leber“ Stil und ihr positives Darangehen schlussendlich mehr bringt.  Und das mit der Rechtschreibung kommt dann schon auch noch, erste Erfolge sehe ich schon 🙂

 

André Stern 5. Februar 2011

Die neue Webpage vom Verein „Bildung zu Hause Schweiz“ ist da. Nach meinem Geschmack ist sie viel besser geworden, übersichtlicher, aber auch frischer und angenehmer zu lesen. Aber der Grund, warum ich das hier sage ist, weil es gleich auf der Startseite ein spannendes Filmchen hat. Ein ca. 12 min Interview mit André Stern, einem mittlerweile erwachsenen „Freilerner“ oder „Unschooler“ aus Frankreich. Hier kann man es sich anschauen.

 

Eine neue Art Büchlein 21. Oktober 2010

Filed under: Allgemein,Aufwachsen — Natürlich lernen @ 05:35
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Bei uns sind 2 Büchlein einer neuen Art am entstehen. Vorgestern hat sich Yana hingesetzt und erklärt: „Ich mache jetzt ein Flötenbuch“. Darauf nahm sie Papier und Stifte und hat zuerst ein Titelbild hergestellt, dann ein Lied getextet, die Melodie dazu erfunden und dann das Ganze niedergeschrieben. Meine Arbeit dabei war, ihr zu helfen die  Notenlinien mit dem Lineal gerade hinzukriegen, den Rest hat sie alleine gemacht.

Leia hat sich irgendwann davon anstecken lassen und beschlossen ein Klavierbuch zu schreiben. Auch sie hat jetzt schon ihr erstes einfaches Lied fertig, mit Text und passender Melodie, beides hineingeschrieben.

Ich selber war und bin wohl nicht besonders musikalisch. Habe als Kind nie ein Instrument gespielt und auch ziemlich falsch gesungen. Das man einfach so hinsitzen könnte und selber ein Lied erfinden, mit Takt, Text und Melodie und das Ganze dann auch noch recht einfach aufschreiben kann, das ist schon fast sowas wie eine Offenbarung für mich.

Jetzt freue ich mich darauf, zuzuschauen wie sich die Büchlein weiterentwickeln!

 

Lernorte 22. August 2010

Ich habe einen Traum…  Mein Traum (oder eher ein Traum) der handelt – ja, schon auch von Freiheit – aber vor allem im Zusammenhang mit Lernen und Schulen. Was sie sein könnten, die Schulen. Idealerweise. Vielleicht irgendwann mal sein werden? Ich weiss es nicht, aber ich Teile die Idee hier mal mit jedem der sie Lesen will. Alles was wir erfunden haben, musste irgendwie zuerst von jemandem gedacht werden…

Also: Ich träume von Orten, z.B. grosse, schöne, lichte Häuser, die könnte man Lernhäuser nennen, oder Lernorte, oder so. In denen hat es ganz viele Ressourcen und Material zu einem Thema, sowie Leute die einem weiterhelfen, wenn nötig. Offen sind diese Orte für ALLE und immer, aber gehen müssen tut NIEMAND. Es gäbe nicht eine Lektion die jemand besuchen muss. Vielleicht kann man sich zu verbindlichen Kursen einschreiben, aber niemand muss das tun.

Um dort eine „Lehrperson“ zu sein, müsste man lediglich zwei Voraussetzungen erfüllen: 1. viel über ein Thema wissen, 2. dieses Wissen gerne mit anderen Menschen teilen wollen. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Wenn also jemand, ob Kind oder Erwachsener, Infos zu einem Thema sucht, sich Weiterbilden will, interessiert an Naturwissenschaften ist, Tanzen lernen will, oder, oder, oder, kann er ganz einfach dort hingehen und sich das Wissen/Können aneignen. Die öffentliche Schule wie es sie heute gibt, würde dann gar nicht mehr existieren. Jeder wäre frei, jederzeit selbstbestimmt zu lernen was er will und braucht. Ich glaube, das würde uns ungeahnte Potenziale eröffnen, wäre ein Einstieg in eine wirkliche, echte Informations- und Wissensgesellschaft, als die wir uns heute gerne bezeichnen.

 

Briefchen 9. Juli 2010

Filed under: Aufwachsen,Uncategorized — Natürlich lernen @ 07:30
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Da soll nochmals jemand sagen (schulisches) Lernen sei nicht bei bei fast jeder Gelegenheit möglich.Vor drei Tagen waren wir mit unserem Feriengast ausnahmsweise im Mc Donald.  Yana hat so ein Happy Meal bekommen und da hatte es als Geschenk ein Hello Kitty Briefpapiersetchen darin. Erst lag es  zwei Tage nur herum, dann hat sie es sozusagen wiederentdeckt. Jetzt schreibt sie ihrem Papa laufend Briefchen und da sie die auf Englisch schreiben will (mit Marcos reden sie Englisch) schreibe ich vor, was sie mir diktiert und sie überträgt es dann auf ihr Briefpapier. Und dann kommt der spannende Moment – es so zu verstecken dass Marcos es bald finden muss 🙂 Sie hat nun auch schon ein Briefchen für Abuelita in Übersee geschrieben, dieses musste dann natürlich auf Spanisch übersetzt werden.

Im Moment ist sie gerade mehr Papier am zurechtschneiden, weil ihr die bisherigen Blättchen und Couverts ausgegangen sind.