NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

auf den punkt gebracht 23. Januar 2011

Filed under: Allgemein,Amber,Aufwachsen,Soziale Kompetenzen — Natürlich lernen @ 14:23
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„Helene, mit einem Baby ist das Leben zwar viel anstrengender, aber auch viel schöner!“

Zitat von Leia

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Wenn Yana einkaufen geht… 27. November 2010

Filed under: Allgemein,Aufwachsen,Soziale Kompetenzen — Natürlich lernen @ 05:41
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Letzte Woche, als ich Einkaufen ging, wollte Yana sich etwas mit dem Geld, welches sie zu ihrem Geburtstag bekommen hat, kaufen. Zuhause hat sie das Geld feierlich abgezählt und eingepackt – es waren genau 26.- Fr.. Im Laden hat sie dann bestimmt 3/4 Stunden gebraucht um sich entscheiden zu können, folgendes ist dabei herausgekommen:

  • Ein Buch für Leia
  • ein Büchlein für Amber
  • vom restlichen Geld noch 2 Schokoladenstengel – einen für Leia und einen für sich, von letzterem haben Amber und ich auch noch was abbekommen.

Und das Schöne – sie hat so gestrahlt dabei…

Heisst es doch – Geben ist seliger als Nehmen. Ich glaube, hier hab ich’s vorgelebt bekommen…

 

Wo liegen die Prioritäten? 1. Juli 2010

Obwohl wir eigentlich deutlich spüren, dass, wie wir unsere Kinder aufziehen, für uns der richtige Weg ist, schleicht sich da manchmal ein kleines Teufelchen in meinen Kopf und stellt Fragen wie: „Werden wir unseren Kindern mit dieser Art der Erziehung gerecht? Was brauchen sie später? Was sind denn überhaupt wichtige Fähigkeiten in 15 oder 20 Jahren?“

In der Schule wird, vor allem in den ersten Jahren, sehr viel Gewicht auf Lesen, Schreiben und Mathematik gelegt. Auf den ersten Blick ist das ja auch einleuchtend, es ist ja irgendwie sowas wie ein Fundament, und darauf kann man aufbauen. Auf die andere Seite sind diese Fähigkeiten eben auch einfach Werkzeuge, die man im täglichen Leben brauchen kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber gibt es nicht wichtigeres zum Lernen? Eigentlich dünkt es mich, dass andere Fähigkeiten wie z.B. Teamfähigkeit, Flexibilität, Neugierde, Enthusiasmus, Toleranz eigentlich wichtiger sind als pure Wissensanhäufung. Und trotzdem spielen solche Fähigkeiten in der Schule, obwohl sie durchaus auch berücksichtigt werden, eher eine Randrolle. Was ja auch verständlich ist – wie soll ein Lehrer alle diese Fähigkeiten in den Schulstunden zum Leben erwecken? Geht doch gar nicht! Hier sind vor allem die Eltern gefragt, ob das gefällt oder nicht. Die Aufgabe der Schule reduziert sich darum vielleicht automatisch mehr auf messbare Inhalte, eben Mathe und so. Früher, als Buchstaben und Zahlen im Leben vieler noch weniger präsent waren, denke ich, war es sicher eine gute Idee, Kinder zu sammeln und ihnen in Gruppen mit einer Lehrperson diese Welt zu eröffnen. Inzwischen sind Buchstaben und Zahlen so omnipräsent, dass ein Kind fast gar nicht anders kann, als früher oder später Rechnen, Lesen und Schreiben zu lernen.

Darum wundere ich mich ob es sich überhaupt lohnt, soviel Gewicht auf Lesen, Schreiben und Rechnen zu legen. In der Schule sind das die Hauptthemen, und auch wir sind ein bisschen angesteckt davon, aber vielleicht wird das überbewertet, diese Grundtechniken lernen sie sowieso, fast wie nebenbei, weil es eigentlich gar nicht anders geht.

Aber – wenn nicht  Buchstaben und Rechnen das Hauptthema sind, was ist es dann, was Kinder üben sollen/müssen? Oder besser gesagt, was brauchen sie für Fähigkeiten wenn sie mal gross sind? Wo stehen wir dann? Was ist gefragt? Es gibt so unendlich viele Gebiete auf denen man fast unendlich viel wissen kann – und immer schneller ändert sich dieses Wissen zum Teil auch – kann es sein, dass man mit Fakten lernen gar nicht anders kann, als hinterher zu hinken? Wieviel ist trotzdem wichtig? Was ist denn überhaupt gutes Allgemeinwissen, in dieser Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint? Das sind Fragen die ich mir immer wieder stelle. Irgendwie scheint mir, dass Eigenschaften wie Wissenshunger, Engagement, Enthusiasmus, gute Selbsteinschätzung oder Soziale Kompetenzen wichtiger sind als angehäuftes (und vielleicht schon veraltetes) Wissen. Fähigkeiten wie „an etwas dranzubleiben“, oder „etwas genau verstehen zu wollen“, sind vielleicht wichtiger als einfach pures Sachwissen…

Aber wie kann man denn diese Eigenschaften am Besten fördern? Wohl damit indem man Kindern die Möglichkeit gibt, diese Fähigkeiten oft zu trainieren. Mir scheint, dass ein Kind welches selbstbestimmt seinen täglichen Aktivitäten nachgehen kann, das nicht dauernd unterbrochen wird, wenn es in etwas vertieft ist, das dann etwas erklärt bekommt wann es das auch wissen will, das genug Zeit hat um seine Stärken herauszubilden, mehr Chancen hat solche Eigenschaften zu üben.

Und dann wieder, eigentlich leben wir immer JETZT, die Kindheit ist darum keine „Vorbereitungsphase“ sondern ein Teil des Lebens. Vielleicht ist darum die beste Vorbereitung das was wir schon tun: LEBEN. An jedem Tag in ihrem Leben „Sind“ sie und gehen ihren Interessen nach, in diesem Sinne glaube ich, dass das die beste Art der „Vorbereitung“ ist. Das wird irgendwann ganz natürlich und fliessend in eine „Erwachsenentätigkeit“, Lehre oder Studium übergehen.

 

Soziale Kompetenz 25. März 2010

Erst vor ein paar Tagen hab ich wiedermal mit einer Nachbarin über Homeschooling geredet. Wie so oft kam ziemlich bald die Frage: „ich glaub dir ja, dass sie die schulischen Inhalte schon lernen können, aber was ist mit dem Sozialen? Wie können sie das lernen? Vermissen sie nicht andere Kinder?“ Ich muss dann jeweils zugeben, dass das auch eine meiner Hauptsorgen war, sie ist aber in keiner Weise eingetroffen.

Vielleicht ist einfach der Begriff  „Homeschooling“  etwas unglücklich gewählt, für dass was wir machen. Ein Begriff wie „Worldschooling“ würde es wohl besser beschreiben.  Es ist ja nicht so, dass wir zuhause eingesperrt sind, Lernen kann überall stattfinden. Wir haben sehr viel Freiheit wann immer wir wollen Orte und Leute zu besuchen und dem nachzugehen was uns interessiert. Ich glaube, unsere Kinder haben überdurchschnittlich viel Zeit, Leute ihrer Wahl zu treffen und mit ihnen zusammenzusein.

Es stimmt schon, sehr viel Zeit verbringen sie auch zuhause, im Haus oder im Garten, und spielen einfach ihre Fantasiespiele. Wenn man aber dieses „nur spielen“ bei Kindern mal genauer beobachtet, dann kann man  sehen, wieviele Sachen da „so nebenbei“ geübt werden. Ich finde dass immer wieder sehr spannend! Auch sozial passiert da sehr vieles, sie müssen nämlich immer wieder ihre verschiedenen Ideen unter einen Hut bringen, da wird diskutiert, nach Argumenten gesucht, etwas möglichst überzeugend erzählt, nachgegeben, zusammen eine sogar noch bessere Lösung gefunden, verziehen, Kompromisse eingegangen usw.. Darum glaube ich, dass einfaches freies Spiel sehr gute Möglichkeiten bietet, den sozialen Umgang miteinander zu üben.

Da alle Menschen einzigartig sind, gibt es auch keine allgemein gültigen Regeln, was denn das Beste für ein Kind sei. In die Schule zu gehen ist auf jeden Fall auch keine Garantie für gute Sozialkompetenz. Das mag für einige Individuen durchaus geeignet sein, ich wage jetzt aber mal zu behaupten, dass es in fast jeder Klasse sowas wie das schwarze Schaf gibt. Der Aussenseiter. Der, der mehr oder weniger gemoppt wird. Da stellen sich mir ein paar Fragen wie z.B.: Was lernt denn der (oder diese) für soziale Regeln? Kann man ohne Freunde ein positives Selbstbild behalten und sozial kompetenter werden? Und, last but not least,  was lernen dabei eigentlich die die auf der anderen Seite stehen?

Kinder sind so verschieden wie Schneeflocken die vom Himmel fallen. DIE gute Lösung gibt es darum nicht. Ich wage mich aber zu behaupten, dass Kinder die „zuhause geschult“ werden, den Anderen sozial in nichts nachstehen. Dass nicht trotz, sondern vielleicht auch gerade mit dieser Art der Erziehung sozial sehr kompetente Menschen heranwachsen können.