NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

Brauchen wir „Bio“? 20. Januar 2011

Immer mal wieder habe ich Gespräche mit Leuten, die mir erklären, dass man, würde man mehr Lebensmittel biologisch produzieren, nicht alle Menschen auf diesem Planeten ernähren könnte; oder auch, dass man zu viele menschliche Arbeitskräfte bräuchte, dass wir uns dann anderweitig (z.B. technologisch) nicht mehr genug weiterentwickeln könnten, weil so viele nur mit der Beschaffung von Essen beschäftigt wären.

Auf den ersten Blick scheinen diese Argumente durchaus zutreffend, denn mit riesigen Monokulturfeldern kann man schon mal mehr Essen mit Hilfe von weniger Arbeitskräften anpflanzen. Aber es sind ein paar Haken dabei. Und ein paar Fragen. Muss denn z.B. unbedingt mit weniger Leuten produziert werden, respektive ist es so wichtig, dass sich immer weniger mit der Essensbeschaffung beschäftigen? Ich finde das nicht ganz logisch, es gibt nämlich viele Arbeitslose die gerne, für das Geld dass sie ja sowieso bekommen müssen, auch was sinnvolles täten. Ist für die meisten das schönere Gefühl als das, behandelt zu werden, wie wenn man den anderen auf der Pelle sitzt. Ausserdem, und das ist der noch viel grössere Punkt, schauen wir doch mal wieviele Ressourcen weltweit in konstruktive Forschung gesteckt werden und wieviel Energie in die Waffenindustrie, in Kriege, Machtspiele usw. gehen. Ist glaub recht offensichtlich, dass wir mit ein bisschen Umstrukturierung und ohne Verluste sehr viele Arbeitskräfte mehr zur Verfügung haben könnten. Ist halt auch wieder eine Frage der Prioritäten…

Oben erwähnte ich, dass auch ein paar Haken dabei seien. Ein Haken, oder Problem ist, dass die Erde bei der Monokultur immer schlechter wird. Dass immer mehr Dünger und immer mehr „-izide“ gebraucht werden, um überhaupt etwas wachsen zu lassen. Das was wir schlussendlich essen, wird also immer giftiger und hat immer weniger von den wertvollen Inhaltsstoffen. Das ist eindeutig nicht sehr gut für unsere Gesundheit – der grössere Teil des Problems ist aber, im Umkehrschluss, dass immer mehr wichtige Stoffe im Boden fehlen. Die Böden immer ärmer werden. Wie lange wir das so weitermachen können, weiss ich nicht, dass es aber auf die Dauer nicht gutgehen kann, sollte eigentlich einleuchten… Weil die Erde irgendwann nicht mehr mitmacht. Nicht mehr mitmachen kann.

Ein anderes Problem von dieser Art der Landwirtschaft, ist dieses mit der so viel diskutierten Artenvielfalt. Viel verschiedene Tiere können da einfach nicht überleben. Wieviele und welche brauchen wir denn für unser Überleben? Sind wir nicht gerade dabei, den Ast auf dem wir sitzen, abzusägen?

Dass bei „Bio“ auch nicht immer alles zum Besten gestellt ist, möchte ich nicht abstreiten. Wahrscheinlich beginnen Probleme meist dort, wo etwas ausschliesslich und nur für den Profit gemacht wird. Auf der anderen Seite aber, kann man mit Bio durchaus auch grössere Ernten heimfahren, und zwar, das ist der springende Punkt, ohne dass der Boden auf Dauer schlechter wird. Im Gegenteil.

Wir haben auf dieser Erde etwa 7 Milliarden Menschen zu ernähren – wie schaffen wir das? Ist eine schwierige Frage, vielleicht aber doch nicht ganz so schwierig, wie versucht wird, es uns darzustellen. Im Moment nämlich, würden wir eigentlich mehr als genug produzieren! Ist das Ganze etwa nur eine Frage der besseren Koordination? Der Gier von einigen Wenigen? Und somit auch dem Aufwachen der grossen Masse?

Also, meiner Meinung nach haben wir, ganz grob eingeteilt, 2 Möglichkeiten:

  1. Wir Produzieren weiterhin mit viel Gift und Dünger und nehmen damit die allmähliche Deterioration des Bodens, sowie unserer Gesundheit in Kauf. Ich bin mir sicher, Monsanto und Co, sowie die Pharma freuen sich dann, uns ihre neuesten Lösungen zu den aufkommenden Problemen zu bieten.
  2. Wir besinnen uns, woher wir kommen und versuchen Schritt für Schritt unseren Kriegszustand mit Mutter Erde zu beenden und suchen stattdessen die Zusammenarbeit mit ihr. Da gäbe es noch soviel für uns zu lernen! Und ich glaube wirklich, dass wir, mit Respekt allem Leben gegenüber und mit gutem Willen, unsere ganze Menschheit auf diesem Planeten ernähren können.

Wir haben es in der Hand! Wir Konsumenten bestimmen schlussendlich was wie angebaut wird. Wir müssen uns nur bewusst werden, dass wir mit jeder Handlung eine Wahl treffen und dass diese Wahl, wie auch immer sie ausfällt, Folgen haben wird.

 

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