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Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

Ein paar Gedanken über die Burka 6. Mai 2010

Heute stand auf der Titelseite unserer Zeitung gross zu lesen: „Burka-Verbot: Jetzt machen Kantone Druck“. Wie so oft wenn es um Politik geht, war die spontane Reaktion meines Mannes etwa genau das Gegenteil meiner. „Endlich, ja klar“, meinte er (zu einem Burka-Verbot). Ich wunderte mich, was daran so klar sein soll. Leben wir nicht in einem freien Land (Oder wenigstens so ähnlich)? Ein Land in dem jeder herumlaufen kann wie es ihm passt?

Ganz klar, ich will weder in einer Burka herumlaufen, noch kann ich mir vorstellen warum das jemand wollte; sollte das aber wirklich jemand toll finden, so ist das doch sein resp. ihr Problem. Mir fehlt z.B auch das Vorstellungsvermögen, was so toll daran sein sollte, mit einem Motorrad in halsbrecherischem Tempo über einen Pass zu jagen, aber nur weil ich das völlig doof finde, kann ich das doch noch lange nicht jedem verbieten… Wir geniessen hier in der Schweiz eine relativ hohe Freiheit (wenigstens im Vergleich zu einigen anderen Ländern) und die ist wertvoll und sollte auch verteidigt werden, ich glaube soweit sind sich die meisten einig. Nur, wie soll das genau geschehen? Ich wage wirklich zu zweifeln, ob man sich Freiheit mit Verboten erhalten kann. Ja, klar, Regeln braucht es, allerdings würde eigentlich eine genügen und zwar: „Was du nicht willst, dass man dir tut…“ den Rest kennt sicher jeder.

Zurück zur Burka – wer wird denn wie dadurch geschädigt, dass jemand freiwillig so ein (Un-) Ding trägt? Eigentlich niemand. Ausser natürlich, die Frau wird dazu gezwungen. Was die ganze Sache grundlegend ändern würde. Schliesslich leben wir in einem freien Land. Genau so, wie wir hier ganz klar Zwangsehen, unfreiwillig getragene Kopftücher, Mädchen die nicht in den Schwimmunterricht dürfen, Beschneidungen usw. nicht tolerieren dürfen, darf auch niemand zu so einer Kleidung gezwungen werden. Aber eigentlich glaube ich nicht, dass das hier ein Problem ist, ich denke, sogar in Ländern mit Burka-Pflicht ist der Grund dafür wohl eher in der extremen Regierung, als in der Einstellung der meisten Ehemänner zu suchen.

Vom Minarett zur Burka. Vor nicht langer Zeit wurde hierzulande über ein Minarett-Verbot diskutiert, welches in einer Abstimmung dann auch angenommen wurde. Ich bin mir zwar auch da nicht sicher, ob ein Verbot wirklich nötig war, kann es aber nachvollziehen. Das Argument, dass es kein Minarett braucht um den Moslemischen Glauben zu leben, sondern höchstens um oben zu sitzen und hinunterzuschreien, hat eine bestechende Logik… Und vor allem als ich gemerkt habe, wieviel Zorn das Verbot in einigen Kreisen ausgelöst hat, habe ich gedacht, dass es vielleicht auch gut war hier mal „ein Zeichen zu setzen“. Aber wir müssen es ja nicht gleich übertreiben, Frauen in Burkas schreien keine Hasspredigten herum.

Also, ich schlage vor: lassen wir uns doch nicht so schnell einschüchtern und Angst machen und stehen stattdessen zu unserer Freiheit. Jedem das seine, solange er nicht auf den Nächsten tritt! Verteidigen oder erringen wir besser unsere Freiheit dort, wo es wirklich nötig ist und lassen uns von der extrem seltenen Art der „Freiwillig total verschleierten Frauen“ nicht so einfach ins Bockshorn jagen!

 

One Response to “Ein paar Gedanken über die Burka”

  1. isabella schadegg Says:

    einen wunderschoenen artikel hast du da geschrieben.ich denke,du hast genau ins schwarze getroffen.
    hoffentlich wuerden mehr menschen so wie du denken,dann waehre die welt,sicher ein besserer ort.


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