NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

Natürliche Autorität 3. Mai 2010

Filed under: "Kuschelpädagogik" versus "Alte Schule"?,Aufwachsen,Uncategorized — Natürlich lernen @ 10:45

Im Eintrag „Kuschelpädagogik versus alte Schule“ habe ich unter anderem folgende 2 Behauptungen aufgestellt:

  • Kinder wollen Autoritätspersonen, aber solche die sie sich selber aussuchen können, anhand natürlicher Autorität, nicht weil sie gezwungen werden sich unterzuordnen.
  • Kinder wollen gehorchen, aber aus einem tiefen Bedürfnis heraus, sich sozial zu verhalten und in eine Gruppe (Familie, Dorf) zu passen, nicht weil sie gezwungen werden.

Hier mein Versuch diese Behauptungen etwas näher zu erklären:

Menschen sind von Geburt an soziale Wesen. Ein Baby könnte ohne die Mutter und ohne eine unterstützende Gemeinschaft gar nie überleben. Diese Info ist tief in uns verankert, darum ist es ein tiefstes Bedürfnis eines kleinen Menschenkindes, sich an die jeweilige Kultur in die es hinein geboren ist, anzupassen und möglichst den Eltern zu gefallen und sich an sie zu binden. Ich glaube, das ist eine enorm wichtige Tatsache, der man sich einfach bewusst werden muss. Kinder wollen sich anpassen, wollen gefallen. Das Kinder-Aufziehen muss kein Machtkampf sein, es geht nicht darum, wer stärker ist, es geht nicht um Trick wie man sie dazu bringen kann, etwas zu tun oder nicht zu tun, nicht darum, wer gewinnt, nicht darum Autorität aufzuzwingen oder nichts mehr zu sagen haben. Das Ganze ist nicht so schwarz-weiss.

Sondern es geht meiner Meinung nach vor allem darum, eine Beziehung zu einem Wesen aufzubauen, dass zu uns gekommen ist und das „alles“ über das Leben hier lernen will. Damit das möglich ist, braucht es vor allem authentische Eltern und ehrliches Feedback, welches von Personen, aber vor allem auch einfach von Situationen, kommen kann. Der Rest ergibt sich eigentlich fast von selbst. Ich will damit ja nicht behaupten, dass wir nie Probleme miteinander hätten, dass bei uns immer alles harmonisch läuft. Nein, das wäre nicht ehrlich. Ich will lediglich sagen, dass das Verhalten eines Kindes, welches auf irgendeine Weise negativ auffällt, nicht das Problem an sich ist, sondern lediglich ein Symptom des Problemes.  Kurzfristig mag es ja vielleicht sogar mal nötig sein, ein rotes Lämpchen einfach abzustellen, langfristig bringt das für niemanden eine befriedigende Lösung. Viel Effizienter ist es, meiner Meinung nach, den Gründen des Verhaltens nachzugehen. Das ist eine häufig gar nicht einfache Aufgabe, Probleme können so vielfältig sein, wie das Leben selbst. Ich denke, vielmehr ist es eine Art Lebensanschauung, einen Weg den man finden und begehen kann. Ein schöner Weg, finde ich!

Leute, die es schaffen, einfach natürlich und authentisch sich selber zu sein, bekommen dadurch natürliche Autorität, das gilt auch für Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern. Dann sind künstliche Machtkämpfe plötzlich gar nicht mehr nötig. Wenn die Bedürfnisse (die Grundbedürfnisse sind meiner Auffassung nach: Gesundes Essen, Dach über dem Kopf, Kleider, Anregende Umgebung, Liebe und Aufmerksamkeit, Freiheit über den eigenen Körper zu bestimmen) eines Kindes erfüllt werden und es in seiner Umgebung natürliche, authentische Menschen vorfindet, wird es sich automatisch ihnen anschliessen und auf sie hören. Aus einem inneren Bedürfnis heraus und ohne Zwang.

Darum ja, Gehorsam braucht es schon, sollte aber ganz natürlich kommen können und muss nicht erzwungen werden.

 

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