NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

"Kuschelpädagogik" versus "Alte Schule"? 15. April 2010

Häufig werden Fragen, wie z.B wie streng die Schule sein soll, oder welcher Erziehungsstil denn nun der Beste sei, intensiv und mit verhärteten Fronten diskutiert. Die einen beschimpfen die anderen als Softies, die nur „Kuschelpädagogik“ betreiben, diese wiederum kontern mit Begriffen wie „Alte Schule“ und sind der Meinung das „Autoritär“ von gestern sei.   Meiner Meinung nach schiessen meist beide am Ziel vorbei.

Oder man streitet sich über Details, wie, ob jetzt zuerst Französisch, Englisch oder vielleicht gleich beides gelehrt werden soll. Und in welchem Alter, bitte? Da werden erbitterte Diskussionen geführt, nur scheint noch niemand auf die, meiner Meinung nach, einfache Lösung gekommen zu sein, die Kinder selbst wählen zu lassen. Warum eigentlich nicht? Es gäbe eine Fremdsprachenstunde und 2 Lehrer dazu (aus Spargründen kann man ja auch je 2 Klassen zusammen aufteilen o.ä.). Jedes Kind kann den Kurs besuchen, für den es sich selber angemeldet hat. Punkt. Das würde die Diskussion eigentlich erledigen. Und ich bin mir fast sicher, dass viele Kinder Ende Jahr besser abschneiden würden, immerhin konnten sie sich ja (mehr oder weniger freiwillig) selber entscheiden, was sie lernen wollen und stehen somit auch eher dahinter.

Zurück zum Anfang, zur Diskussion ob denn nun „Laizze-faire“ oder die „Gute Alte Schule“ die Lösung sei – auch da denke ich: keines von beidem. Es geht doch eigentlich gar nicht darum, ob man jetzt rigoros alles regeln, und Verstösse ahnden und bestrafen soll, oder ob man einfach gar nichts mehr sagt. Ich denke, beide Ansätze haben gemein, dass sie das Wesen eines Kindes (oder überhaupt eines Menschen) missverstehen.

  • Kinder wollen Autoritätspersonen, aber solche die sie sich selber aussuchen können, anhand natürlicher Autorität, nicht weil sie gezwungen werden sich unterzuordnen.
  • Kinder wollen gehorchen, aber aus einem tiefen Bedürfnis heraus, sich sozial zu verhalten und in eine Gruppe (Familie, Dorf) zu passen, nicht weil sie gezwungen werden.
  • Kinder wollen lernen, aber dann wenn die Zeit reif ist für sie etwas zu verstehen, nicht dann, wenn es in irgendeinem Lehrplan steht.
  • Kinder wollen von jemandem lernen, dann wenn sie sehen, dass dieser Mensch Kompetenzen hat, die sie sich auch gerne aneignen würden.
  • Kinder wollen selber aktiv sein, dann, wenn das Aktivsein sich in einer Balance mit dem Passivsein (Entspannung) befinden kann.

Oder, dieser Spruch sagt es auch sehr schön: „Kinder sind wie Feuer die entzündet werden, nicht wie Gefässe die gefüllt werden wollen.“  Ich weiss zwar nicht genau, von wem diese Weisheit stammt, aber sie gefällt mir sehr gut.

Ich würde gerne noch genauer auf die einzelnen Punkte eingehen, aber ich merke, dass das hier im Moment meinen Zeitrahmen sprengt. Darum werde ich es einfach in kleinere Stücke teilen und schreibe in den nächsten Tagen oder Wochen über die einzelnen Punkte, wenn ich gerade Zeit habe. Schreiben will ich es aber auf alle Fälle, ich merke nämlich wie mir das Schreiben auch hilft, einen klaren Kopf zu bekommen. Ausformulieren was ich eigentlich denke und fühle, kann, merke ich, wirklich hilfreich sein. Tolle Sache, das Bloggen!

 

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