NATÜRLICH LERNEN

Leben und Lernen einer Homeschooling Familie

Soziale Kompetenz 25. März 2010

Erst vor ein paar Tagen hab ich wiedermal mit einer Nachbarin über Homeschooling geredet. Wie so oft kam ziemlich bald die Frage: „ich glaub dir ja, dass sie die schulischen Inhalte schon lernen können, aber was ist mit dem Sozialen? Wie können sie das lernen? Vermissen sie nicht andere Kinder?“ Ich muss dann jeweils zugeben, dass das auch eine meiner Hauptsorgen war, sie ist aber in keiner Weise eingetroffen.

Vielleicht ist einfach der Begriff  „Homeschooling“  etwas unglücklich gewählt, für dass was wir machen. Ein Begriff wie „Worldschooling“ würde es wohl besser beschreiben.  Es ist ja nicht so, dass wir zuhause eingesperrt sind, Lernen kann überall stattfinden. Wir haben sehr viel Freiheit wann immer wir wollen Orte und Leute zu besuchen und dem nachzugehen was uns interessiert. Ich glaube, unsere Kinder haben überdurchschnittlich viel Zeit, Leute ihrer Wahl zu treffen und mit ihnen zusammenzusein.

Es stimmt schon, sehr viel Zeit verbringen sie auch zuhause, im Haus oder im Garten, und spielen einfach ihre Fantasiespiele. Wenn man aber dieses „nur spielen“ bei Kindern mal genauer beobachtet, dann kann man  sehen, wieviele Sachen da „so nebenbei“ geübt werden. Ich finde dass immer wieder sehr spannend! Auch sozial passiert da sehr vieles, sie müssen nämlich immer wieder ihre verschiedenen Ideen unter einen Hut bringen, da wird diskutiert, nach Argumenten gesucht, etwas möglichst überzeugend erzählt, nachgegeben, zusammen eine sogar noch bessere Lösung gefunden, verziehen, Kompromisse eingegangen usw.. Darum glaube ich, dass einfaches freies Spiel sehr gute Möglichkeiten bietet, den sozialen Umgang miteinander zu üben.

Da alle Menschen einzigartig sind, gibt es auch keine allgemein gültigen Regeln, was denn das Beste für ein Kind sei. In die Schule zu gehen ist auf jeden Fall auch keine Garantie für gute Sozialkompetenz. Das mag für einige Individuen durchaus geeignet sein, ich wage jetzt aber mal zu behaupten, dass es in fast jeder Klasse sowas wie das schwarze Schaf gibt. Der Aussenseiter. Der, der mehr oder weniger gemoppt wird. Da stellen sich mir ein paar Fragen wie z.B.: Was lernt denn der (oder diese) für soziale Regeln? Kann man ohne Freunde ein positives Selbstbild behalten und sozial kompetenter werden? Und, last but not least,  was lernen dabei eigentlich die die auf der anderen Seite stehen?

Kinder sind so verschieden wie Schneeflocken die vom Himmel fallen. DIE gute Lösung gibt es darum nicht. Ich wage mich aber zu behaupten, dass Kinder die „zuhause geschult“ werden, den Anderen sozial in nichts nachstehen. Dass nicht trotz, sondern vielleicht auch gerade mit dieser Art der Erziehung sozial sehr kompetente Menschen heranwachsen können.

 

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